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Nachtkerze – Oenothera biennis                    Berlin, 26.09.2019

Familie: Nachtkerzengewächs – Onagracea

Herkunft: Nordamerika, Kanada, Mexico

Vorkommen: Europa, Asien, trockene, steinige Wegböschungen

Botanik: 2jährig, 1. Jahr Blattrosette und fleischige Pfahlwurzel, lanzettliche Blätter mit auffälliger rosa Mittelrippe, 2. Jahr bis 1,50 m hoher Blütenstängel, zartgelbe Blüten öffnen sich bei Sonnenuntergang und duften nach Vanille, damit locken sie die Nachtfalter an. Im Herbst bilden sich die 4kantigen Samenkapseln, die etwa 200 braune Samen enthalten.

Geschichte: Zu Beginn des 17. Jahrhunderts kamen die Samen der Nachtkerze auf dem Seeweg nach Europa. Die Indianer Nordamerikas zerstampften die ölhaltigen Samen zu einem Pflanzenbrei. Sie verwendeten den Brei als Auflagen bei Hautausschlägen. Das Kraut kochen sie auch heute mit Honig zu einem Hustensirup. Blühende Sprossspitzen werden mit heißem Wasser aufgegossen und wirken krampflösend.

Verwendete Pflanzenteile: Das Öl der Samen

Inhaltsstoffe: fettes Öl mit 80 % mehrfach ungesättigten Fettsäuren, 71,5 % Linolsäure, 9 % Linolensäure, Vitamin E

Wirkung: entzündungshemmend, juckreizlindernd, immunstimulierend

Nachtkerzenöl enthält einen hohen Gehalt an biologisch gut verwertbarer Linolensäure. Gute Wirksamkeit bei Neurodermitis und empfindlicher, trockener Haut. Auch bei Asthma, das häufig einhergeht mit Neurodermitis und anderen Allergien. Da Öl beeinflusst positiv rheumatische Arthritis, Herz-Kreislaufstörungen, Hyperaktivität bei Kindern und MS. Zugrunde liegen bei diesen Krankheiten oft Störungen der Prostagladinbildung, die durch einen Mangel an Linolensäure entstehen. Prostaglandine sind hormonähnliche, physiologisch hochwirksame Substanzen, die an der Steuerung fast aller Organ- und Lebensfunktionen (Herz-Kreislauf-System, Blutdruck, Cholesterinspiegel, Immunsystem und Wirksamkeit des Insulins, Zellwachstum) beteiligt sind. Die Linolensäurebildung wird auch gehemmt durch ungesunde Ernährung, Alkohol, Rauchen, Stress, Alterungsprozesse, Bewegungsmangel, Virusinfektionen oder Fehlen des nötigen Enzyms.

Indikationen: äußerlich – Neurodermitis, Ekzeme innerlich - Herz-Kreislauferkrankungen, rheumatische Erkrankungen

Zubereitungen: Nachtkerzenöl, Weichgelantinekapseln, Wurzeln und Blätter, des 1. Jahres können roh oder gekocht in der Küche angewendet werden.

Nebenwirkungen: Wechselwirkung von Nachkerzenöl mit anderen Medikamenten möglich. Epileptikern

Nicht anwenden bei Kindern unter einem Jahr!