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Wacholder - Juniperus communis                                              Berlin, den 21. 10. 2019

Familie: Zypressengewächs – Cupressaceae

Herkunft: Europa bis Nordchina

Vorkommen: Heide, Moore, Alpen, lichte Wälder

Botanik: wächst langsam, bis 2000 Jahre alt, 1 cm lange nadelförmige Blätter, spitz, oben weißer Mittelstreifen, 3fach zu einem Quirl angeordnet, erbsengroße, schwarzblaue Beerenzapfen, Wuchs breit oder säulenförmig, zweihäusig – nur die weiblichen Pflanzen tragen Früchte, Ernte der Beerenzapfen von September bis Oktober

Geschichte: Wacholder wurde in den altägyptischen Papyrusrollen erwähnt. Dioskurides entdeckte wassertreibende Kraft, Verwendung als Räuchermittel, um Wohnungen und Ställe auszuräuchern, gegen Pest, Cholera und anderen Seuchen und Krankheiten, Der kräftige, herb würzige Rauch sollte Böses und Dämonisches aller Art vertreiben. Die skurril wachsenden Bäume ähneln im Nebel menschlichen Gestalten. Man glaubte, die Seelen der Verstorbenen verbergen sich in dem Baum und lassen sich wieder zum Leben erwecken. „Vor dem Holunder zieh den Hut, vor dem Wacholder geh in die Knie“ Hochachtung vor dem Universalheilmittel

Verwendete Pflanzenteile: Beerenzapfen

Inhaltsstoffe: ätherische Öle, Flavonoide, Gerbstoffe, Harze

Wirkungen: erhöht Durchblutung der Nieren, stark harntreibend, stoffwechsel-, durchblutungsfördernd, wirkt entspannend auf glatte Muskulatur

Indikationen: Durchspülung bei Blasenleiden, Blutreinigungskur bei Stoffwechselerkrankungen (Gicht, Arthrose) Verdauungsbeschwerden mit Aufstoßen, Sodbrennen, Blähungen, Krämpfen und Völlegefühl

Zubereitungen: Wacholderkur – 3 x 1 Beere/Tag zerkauen pro Tag steigern bis 3 x 10 Beeren, danach ausschleichen. Zweimal jährlich im Frühjahr und Herbst durchführen.

Tee – 1 EL frische Beeren mit 250 ml heißem Wasser übergießen, 5 Min. bedeckt ziehen lassen, abgießen, 3mal täglich 1 Tasse trinken.

Wacholdersirup – 250 g Beeren zerquetschen mit 1 l kochendem Wasser übergießen und abgedeckt über Nacht stehen lassen. Am nächsten Tag aufkochen, durch ein Sieb gießen, aufkochen und 50 g Honig zugeben. Abkühlen lassen, kalt stellen 3 TL täglich, für Kinder 2 TL – gutes Stärkungsmittel

Tinktur – 65% Alkohol, Beeren zerquetschen, 3 Wochen stehen lassen, 2-3 täglich 20 bis 30 Tropfen

geräuchert: starke reinigende und desinfizierende Wirkung

Wacholderbeeren destilliert: Das Hydrolat löst Verschleimung, desinfiziert und reinigt.

Wacholderwasser und ein paar Tropfen ätherisches Öl ergeben ein Aftershave.

Wacholder- und Salbeiwasser gemischt und als Spray angewandt, schafft ein energetisch, duftendes „Schutzschild“. Das ist gut geeignet für therapeutisch arbeitende Menschen.  

Nebenwirkungen: nicht anwenden während der Schwangerschaft und bei Nierenentzündungen

Verwendung in der Küche: Fleischgerichte, Sauerkraut, Fruchtsoßen, Fisch

Geschmack: angenehm würzig-süß, schwach bitter

Ein kurzes Video über den Wacholder, das ich in den Tiroler Bergen aufgenommen habe, könnt Ihr hier anschauen.